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Experimentelles und exploratives Prototyping durchführen

Aus PQWiki


Bereich

Schnelligkeit
★★☆
Einfachheit
★★☆
Agilität
★☆☆

Ziele

* Vervollständigen der Anforderungen
  • Visualisieren und Abwägen von Problemlösungen
  • Senken der Projektkosten

Motivation/Problemstellung

Nachträgliche Anpassungen sind kostenintensiv. Entscheidungsträger und Anwender eines Systems sollten frühzeitig kritische Aspekte des Systems beurteilen können. Dies betrifft insbesondere solche Aspekte, die sich der Anschaulichkeit entziehen oder die besondere Erfahrungen voraussetzen, die von den Entscheidungsträgern nicht geteilt werden.

Kurzbeschreibung

Prototyping.jpg
Experimentelle und explorative Prototypen dienen der Veranschaulichung komplexer Sachverhalte innerhalb eines Systems. Sie helfen, vor allem funktionale Anforderungen zu erkennen und deren Ausprägung frühzeitig zu beurteilen. Anhand von Prototypen können technische Sachverhalte und Lösungsansätze erläutert (Experimentelles Prototyping) oder Lösungsmöglichkeiten demonstriert werden (Exploratives Prototyping).

Input

Kunden-Anforderungen Technische Spezifikation

Output

Verbesserte Kunden-Anforderung Vervollständigte und verfeinerte Spezifi-kation

Rahmenbedingungen

Rolle (Ausführender)

Projektleiter, Entwickler

Werkzeuge, Hilfsmittel

Papier und Stift, Entwicklungswerkzeuge

Vorkenntnisse und Erfahrungen

Kenntnisse des Anforderungskatalogs

Ort und Umgebung

Arbeitsplatz, Besprechungsraum

Weitere Teilnehmer

Systemanwender, Fachexperten des Kunden

Voraussichtliche Dauer

30min - mehrere Tage pro Phase

Vorgehensweise

Vorbereitung

Kosten und Zeit für die Bereitstellung der Prototypen müssen einkalkuliert werden. Die Anforderungserhebung ist weitestgehend abgeschlossen; eine erste Anwendungsspezifikation liegt vor. Es wird entschieden, welche Art von Prototyp mit welchem Zeitaufwand erstellt werden soll.

Durchführung


Das Vorgehen für die Prototypgestaltung unterliegt keinen festen Regeln. Insofern dadurch die kritischen Sachverhalte erläutert und demonstriert werden können, ist jede Art der Prototypgestaltung angemessen. In manchen Fällen mag es ausreichen, Prototypen mit Hilfe von Papier und Bleistift bereitzustellen. Zur Visualisierung von Geschäftsprozess werden jedoch üblicherweise RAD-Entwicklungsumgebungen, für GUI-Entwürfe und die damit zusammenhängenden Benutzerinteraktionen die gängigen Software-Werkzeuge für die GUI-Entwicklung eingesetzt. Im Gegensatz zu Durchstichen (Vertikales Prototyping) enthalten die so entstandenen Prototypen jedoch lediglich Code zur Visualisierung der Abläufe und Sachverhalte oder zur Modellierung des Systems. Entscheidend ist, dass der Prototyp als Entscheidungsgrundlage von den Anwendern, dem Kunden und den Fachkräften beurteilt, anschließend korrigiert und präzisiert wird. Anregungen und Änderungswünsche finden Berücksichtigung. Auf Basis der verfeinerten Spezifikation wird also im zweiten Schritt ein weiterer Prototyp angefertigt. Dieses Vorgehen wiederholt sich so lange, bis ein befriedigendes Ergebnis erzielt ist.

Nachbereitung

-

Gütekriterien/Empfehlungen

Ein Prototyp muss kostengünstig erstellt werden können und in der Planung berücksichtigt worden sein. Das Prototyping läuft in mehreren Phasen ab. Experimentelles Prototyping dient der Suche nach Umsetzungsmöglichkeiten. Ihm folgt immer eine umfangreiche Problemanalyse und Bestandsaufnahme. Ziel ist die Verfeine-rung der technischen Spezifikation als Grundlage für die Implementierung. Insbesondere beim explorativen Prototyping sollte der Entscheidungsprozess dokumentiert werden. Ziel des explorativen Prototyping ist neben der Vervollständigung der Systemspezifikation auch die Förderung der Anwender- und Kunden-Akzeptanz.

Risiken

Das Risiko besteht darin, dass das Prototyping zu viel Zeit und Ressourcen benötigt und diese für die eigentliche Umsetzung nicht mehr zur Verfügung stehen.

Einordnung in das PQ4Agile-Qualitätsmodell

Schlagworte

Prototyp, Prototyping, experimentelles Prototyping, exploratives Prototyping, Akzeptanz, Spezifikation

Weiterführende Informationen

Literatur

*B. Oestereich: Objektorientierte Softwareentwicklung Analyse und Design mit der Unified Modeling Language, Oldenburger, Wien 2001
  • T. Z. Warfel: Prototyping, Rosenfeld, New York 2009